konzeptidee
Vorwort
"Eines steht heute fest: Hamburg gilt als eine der schönsten Metropolen Europas. Doch wo steht die Stadt morgen? Um sich auch in Zukunft dem Wettbewerb weltweit führender Regionen stellen zu können, muss sich die Stadt weiter entwickeln. Hamburg will zu einer international attraktiven Metropole werden - spannend, lebenswert, grün und sicher, reich an Menschen, Unternehmen, Ideen."
Mit diesen Worten hat Hamburg die Initiative "Metropole Hamburg. Wachsende Stadt" ins Leben gerufen.
Die Initiative erscheint uns besonders bemerkenswert, weil sie ausdrücklich die Beteiligung der Bevölkerung an der Ideenfindung zur Weiterentwicklung der Stadt mit einbezieht und das CreativPotential Hamburgs systematisch in die Planungen einbindet.
Projektentwickler Christian Oehler und Arndt Reimers haben sich aktiv an dieser Diskussion beteiligt. Im Fokus stand dabei aus unserer Sicht die Frage, wie die ureigenste Qualität der Stadt Hamburg, nämlich ihre Identität als "Stadt am Meer", wieder stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden kann. Für die Umsetzung dieses Zieles haben wir die Idee eines >Haubootes der Hafenphotograhie< entwickelt.
Das Hausboot der Hafenphotographie greift die Vision "schwimmender Eventbrücken" erneut auf, überträgt sie auf andere Städte und bindet sie so in den Kontext des wachsenden Europas ein. Ziel ist die Begegnung der Kulturen in einem neuen, einzigartigen Zusammenhang. Ein kultureller und gesellschaftlicher “Brückenschlag” zu anderen Städten.
Einführung
Am Meer vermischen sich Wirklichkeit und Phantasie. Der Geruch von Tang und Salzwasser steigt uns in die Nase, wir hören das Rauschen der Brandung und unsere Gedanken wandern unwillkürlich in die Ferne - hinaus in die grenzenlose Weite ewig gleichmäßig wogender Wellen und zu den verheißungsvollen Zielen unserer Sehnsüchte.
Es ist diese Magie des Meeres, die den Menschen seit jeher fasziniert, ihn neugierig macht und schließlich dazu gebracht hat, die Angst vor dem Unbekannten zu überwinden. Heute begreifen wir das Meer stärker denn je als verbindendes Element, sei es in seiner Funktion als Handelsweg oder als prägendes Element der angrenzenden Länder mit ihren so vielfältigen Kulturen.
Was also liegt näher als das Meer als einen Ort kulturellen Austausches zu begreifen? - Nicht nur, wie jüngst in den Niederlanden geschehen, indem man den Küstenstreifen als Kunstmeile versteht, sondern als Ort tatsächlichen Austausches.
Das Hausboot der Hafenphotographie will sich diesem Ziel auf neue Art widmen.
Die Idee
Das Hausboot der Hafenphotographie - das ist das Netzwerk für maritime Events in Europa. Europäische Hafenstädte finden auf dem Seeweg zu einem einzigartigen Kulturaustausch, wobei der Begriff Kultur bewusst weit gefasst werden soll.
Ziel ist die Entwicklung schwimmender Plattformen (“Module”) als Basis für die verschiedensten Events auf Nord- und Ostsee und auch auf dem Mittelmeer. Schwimmende Musicalhallen, Sportarenen, Messe und Ausstellungsmodule … und Vieles mehr sollen bis 2010 zu einem einzigartigen Netzwerk verwoben werden. Für dieses Netzwerk sollen in einer Vielzahl von europäischen Städten eigenständige Module entwickelt werden, die dann als "schwimmende Botschafter" untereinander ausgetauscht werden.
Botschafter, die von der Kreativität, vom Unternehmergeist und vom technischem Know-How der Heimatstadt berichten. Botschafter, die ein Stück Kultur direkt ins Herz der Partnerstädte transportieren und deren kulturelles Angebot für einen begrenzten Zeitraum erweitern, bevor sie zur nächsten Station weiterziehen und durch ein anderes einzigartiges Modul ersetzt werden.
Schließlich auch Botschafter, die dazu beitragen, dass die Europäische Union und die Gemeinschaft der Nord- und Ostseeanrainer und der Mittelmeerländer nicht nur - wie so oft - als Wirtschaftsverbund, sondern als kulturelle Bereicherung erlebt werden: In Form einer schwimmenden Musicalhalle oder als maritime Ausstellung direkt auf dem Wasser, als Vergnügungspier, als Tauchturm oder in einer vollkommen neuen und mobilen Form.
Identitätstärkung
Die Stärkung der europäischen Identität in ihrer kulturellen Vielfalt. Zusammenführung der Kulturen und Menschen.
Kulturelles Angebot
Die Ausweitung des kulturellen Angebotes der teilnehmenden Städte.
Wirtschaftsförderung
Die Förderung des Städtetourismus (das Modul als Botschafter seines Herkunftsortes und als Attraktion und Publikumsmagnet im Gasthafen …)
Die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen, indem die Wirtschaftsbetriebe der Städte / Regionen durch ihr Modul ihre Leistungsfähigkeit und ihr kreatives Innovationspotential unter Beweis stellen.
Werbung/Repräsentation
Weltweite Aufmerksamkeit für Europa und die beteiligten Städte, wenn die Module zu Sonder - Ereignissen, z.B. anlässlich der Olympiade oder der "Kulturhauptstadt Europas", für einen begrenzten Zeitraum an einem Ort zusammenkommen.
Ertragssteigerung
Die Ertragssteigerung der angebotenen Events durch "künstliche Verknappung" (Die Module gastieren nur einen begrenzten Zeitraum) und höhere konjunkturelle Flexibilität der angebotenen Events.
Kostensenkung
Kostensenkung im Kulturbereich, da jeder Partner nur die Kosten für (s)ein Modul zu tragen hat, aber an der Vielfalt aller Module partizipieren kann.
Im Privatsektor Vorteile durch: Public-Private- Partnership, Joint-Venture, Synergieeffekte bei Finanzierung, Betrieb und Unterhalt.
Mobilität / Routen
Der turnusgemäße Wechsel von Stadt zu Stadt innerhalb der teilhabenden EU-Länder wird unabhängig von einem festen Zeitplan auch von konjunkturellen Bedingungen abhängig gemacht.
Die Aufenthaltszyklen richten sich dabei nach den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Moduls. Bei der Festlegung der Routen kommt der Trägergesellschaft eine wesentliche Aufgabe zu, um wirtschaftliche Interessen einzelner Betreiber im Gesamtverbund zu koordinieren.
Eine enge Zusammenarbeit mit der EU wird auch bei all jenen Entscheidungen angestrebt, bei denen es darum geht, ob und in welchem Umfang einzelne Events weltweit zu verschiedenen Großveranstaltungen wie z. B. Olympischen Spielen / WM / EM / America`s Cup / Preisverleihungen / Festivals verschickt werden, um dort für die Europäische Union zu werben.
Transport
Prinzipiell werden die Module durch Schlepper bewegt. Schleppaufträge können jeweils für Hin- und Rückfahrt vergeben werden, da sich viele Module mit unterschiedlichen Events unterwegs befinden. Event 1 wird nach Stockholm gebracht, Event 9 zurückgeführt z.B. nach Hamburg. Es entstehen keine Leerfahrten.
Vorteil des Transportes durch Schlepper: Keine festen Antriebsmaschinen / keine Besatzung für maschinellen Betrieb der Module erforderlich / zusätzlicher Platz für Nutzflächen. Der Wechsel erfolgt anhand verschiedener Faktoren, wie Zeitplan, konjunktureller Bedarf und aktueller Sonderereignisse. Von diesen Faktoren ist auch die Liegezeit abhängig. Zentrumsnahe Liegeplätze werden von den Teilnehmerstädten als unentgeltliche Leistung für das garantierte Andocken attraktiver Großevents mit EU-weiter Publicity bereitgestellt.
Finanzierung
Die Kosten für die Hausboot der Hafenphotographie-Trägergesellschaft werden von allen Teilnahmekonsortien und Modulinhabern anteilig getragen. Die Finanzierung der Einzelprojekte wird vom jeweiligen Event- Inhaber eigenständig entwickelt.
Die Hausboot der Hafenphotographie-Trägergesellschaft vermittelt Kontakte und stellt denkbare Finanzierungskonzepte exemplarisch vor, ist aber in die Finanzierung der Einzelprojekte nicht unmittelbar eingebunden.
Unterhalt
Unhabhängig von möglichen EU oder Länderzuschüssen werden die Unterhaltskosten durch Miet-, Mechandising- und Verkaufseinnahmen der jeweiligen Moduleigner getragen. Gewinne / Überschüsse können als Dividenden an die Teilhaber zurückgezahlt oder in Verbesserungen / Erneuerungen eines Event-Moduls reinvestiert werden (ähnlich Airbus-Industrie).
Die Mobilität der Events erlaubt eine kurzfristige Reaktion auf konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Ländern und Städten - d.h. die Zeit- und Routenpläne können hieran jederzeit angepasst werden.
Bei länder-/städteübergreifenden Events können durch einen Gemeinschaftsfond Einnahmeschwankungen ausgeglichen werden, so dass sich das Geschäftsrisiko verteilt, aber auch die sehr unterschiedliche Publikumsakzeptanz in verschiedenen Ländern / Kulturen genutzt werden kann, um eine maximale Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.
Auftragsvergabe - Bau
Prinzipiell folgt die Auftragsvergabe den Gesetzen des Marktes, wobei bei einem Zuschlag in ein Nicht- EU Land die Förderkriterien der EU zu berücksichtigen sind.
Ziel bleibt jedoch eine EU-übergreifende wirtschaftliche Zusammenarbeit, die wiederum zahlreiche Kontakte einzelner Firmen innerhalb der EU schafft und letztlich auch durch den Austausch von Personal eine enge Geschäftsbeziehung zwischen allen EU-Ländern bewirkt.
Sofern es sich um die Realisierung eines Moduls mit stark regional geprägten Charakter handelt, erfolgt eine Auftragsvergabe zunächst in diesem Kontext, um so eine zusätzliche Identifikation der Stadt / Region mit dem Projekt zu erreichen.
Musical-Theater
Eine Musicalproduktion kann entsprechend der Auslastung ihren Standort mehrfach wechseln. Nach einem gewissen Zeitraum kehrt die Produktion (evtl. in veränderter Besetzung) an ihrem Ausgangsort zurück. Neuerungen / Veränderungen gepaart mit dem zeitlichen Abstand steigern die Attraktivität. Vorteil: Produktionen müssen nicht mehrfach umgebaut werden und ermöglichen es dem Betreiber, auf das Besucherinteresse flexibel zu reagieren. Zusätzlich könnten neue Konzepte mit maritimen Bezug aufgestellt werden ("20.000 Meilen unter dem Meer", "Peter Pan", "Sindbad", "Störtebeker", "König der Meere" etc.). Ergänzt wird das Programm durch OnBoard-Gastronomie und weitere Angebote wie z.B. einem Aftershow-Casino.
Als multifunktionales Theater kann es außerdem für Festivals, Preisverleihungen, Kinovorführungen, Zauber- und Varieteevorführungen u.v.m. genutzt werden.
Große Musical-Produktionen kommen so nicht nur zu großen Metropolen, sondern auch zu kleineren Seestädten, bei denen sich eine eigenständige Produktion bisher nicht rentierte.
Theater
Länder und Regionen präsentieren ihre besten Produktionen des Jahres; Gewinner der Theatertreffen / der freien Theater und Tanzszene.
Kino
Ein Land präsentiert sich mit seinen aktuellen/ bekanntesten Filmen "Filmfest Spanien" / "Finnische Filmnächte" (Kulisse a la Dresden Filmnächte garantiert...). Außerdem besteht die Möglichkeit, Kino- Module in die Programmgestaltung der grossen internationalen Filmfestpiele am Meer (Venedig, San Sebastian, Cannes) einzubinden.
Edutainment
Entwicklung eines schwimmenden Science-Centers. Als schwimmendes Experimentierlabor, als Dinosaurierausstellung mit animierten Riesenechsen… Vieles ist denkbar.
Museum / Ausstellung
Gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern aus der Museumswelt wird ein schwimmendes Museum entwickelt. Große Museen können auf sich aufmerksam machen oder als Kultur-Botschafter des jeweiligen Landes fungieren.
Die Wachsende Stadt
Das Hausboot der Hafenphotographie ermöglicht es, das Konzept der Wachsenden Stadt durch herausragende Events zu bereichern. Die Metropole Hamburg kann sich als wichtiger Standort für Großevents weiter etablieren und das Angebot des Hausbootes der Hafenphotographie als Kulturmagnet für zukünftige Hanseaten fungieren.
Die Mobilität der Module erlaubt es der Stadt, ohne große Eigeninvestitionen (z.B.Umbau Kaispeicher A) und Bereitstellung eigener Grundstücke, Großereignisse in wiederkehrendem Rhythmus in Hamburg zu Gast zu haben: Zum Hafengeburtstag, zur IGA oder zu anderen Großereignissen. Die Module können selbst zu einem Bestandteil des entstehenden Stadtteils HafenCity werden, in dessen Umfeld sich Läden, Hotels und Gastronomie entwickeln können. Der maritime Bezug des Hausbootes der Hafenphotographie ermöglicht es der Hansestadt, sich gerade als Metropole am Wasser international zu platzieren und dem alten Geist der Hanse ein neues Gesicht zu geben. Im Umfeld der Landungsbrücken wird eine alte Tradition der schwimmenden Stege wiederbelebt. So wie es früher die Fischerboote waren, die hier beidseitig von Pontonbrücken anlegten und ihre Ware direkt vom Boot an die dicht gedrängten Hamburger verkauften, könnten es in naher Zukunft größere Events sein, welche die Landungsbrücken auch abends zu einem attraktiven Ausflugsziel werden lassen. Hier können die Besucher an Hamburgs schönster Stelle flanieren und eine alte Tradition zwischen Schwimmdock und Michel zu neuem Leben erwecken.
Ein Hausboot der Hafenphotographie für Hamburg
Ein eigenes Eventmodul ermöglicht es der Stadt, sich in dem für die zukünftige Hafenentwicklung so wichtigen Markt der baltischen Ländern dauerhaft zu präsentieren und durch diese kulturelle Bereicherung eine enge Bindung zur Hansestadt Hamburg zu schaffen.
Hamburg, der Exporteur von Teppichen, Gewürzen, Tabak, Kaffee und allem, was es als Stückgut oder Container zu exportieren gibt, verschifft nun seine reichhaltige Kultur, einen Teil seiner langjährigen Tradition als internationale, multikulturelle Hansestadt, um für sein Image, seine Weltoffenheit und seine Attraktivität aber auch seine wirtschaftlichen Standortqualitäten und technologisches Know-How zu werben.
Hamburg und Europa
Die Stadt kann ihre Funktion als Motor für eine nordeuropäische Verständigung weiter ausbauen, die insbesondere die engen Beziehungen zu den Erweiterungsländern der EU zu einem lebendigen und spürbaren Bestandteil eines gemeinsamen Europas werden läßt.
Hamburg als Metropole im Norden kommt hierbei eine besondere Rolle zu, die in seiner strategischen Lage, aber auch in seiner Bedeutung als herausragende Handelsmetropole begründet liegt.
Aber auch der Kontakt zu den anderen Nord- und Ostseeanrainern wird intensiviert und führt zu einen lebendigen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.
In Anlehnung an das Konzept mareculturale und mit freundlicher Unterstützung durch Dipl. Arch. Markus Kasper
Last Updated (Monday, 31 May 2010 18:09)
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